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Wildtier in Not? Was tun? – Hilfe für Helfende, App für Wildtiere in Not bietet schnelle Unterstützung

Fotos: TiHo

Seelze – Wildtier in Not? Was tun? – Die App Wildtier-SOS bietet schnelle Hilfe für Wildtiere in Not und unterstützt bei der Suche nach der richtigen Ansprechperson. Ziel der App ist es, möglichst viele Wildtiere zu schützen.

Hilfe für Wildtiere in Not

Die App Wildtier-SOS, entwickelt von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, bietet Unterstützung für verletzte oder verirrte Wildtiere. Ab sofort ist die Anwendung in den App-Stores für Android und iOS erhältlich. Die App ermöglicht es, durch einfache Fragen die Tierart und die Situation zu bestimmen, um schnell die richtige Ansprechperson für professionelle Hilfe zu finden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert das Projekt mit etwa 250.000 Euro.

Mit wenigen Fragen zur richtigen Hilfe

Die App erfüllt drei grundlegende Funktionen: Zunächst kann die Tierart oder Tiergruppe anhand weniger Fragen bestimmt werden. Zudem stehen Informationen zu den Arten, ihrem Verhalten und rechtlichen Aspekten zur Verfügung. Bei einem gefundenen Tier kann schnell geklärt werden, ob es Hilfe benötigt. Im Anschluss werden Anlaufstellen in der Nähe angezeigt. Professor Dr. Michael Pees, Leiter der Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel der TiHo, betont, dass es wichtig ist, das Verhalten der Tiere zu verstehen, um unnötige Eingriffe zu vermeiden.

Gutgemeinte Hilfe kann schädlich sein

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde weist auf die Bedeutung der heimischen Ökosysteme hin. Zu viele Wildtiere aus ihrem natürlichen Lebensraum zu entfernen, kann das ökologische Gleichgewicht gefährden. Besonders bei Jungvögeln und Feldhasen sei dies ein häufiges Problem. Oft sind Menschen überfordert, wenn sie vermeintlich verwaiste Tiere finden, und handeln nicht im besten Interesse der Tiere.

Fachwissen für effektive Hilfe

Die App Wildtier-SOS soll helfen, Tierleid zu verhindern, indem sie den Nutzenden die richtigen Ansprechpartner vermittelt. Die Anwendung ist kostenlos und erfordert keine Anmeldung. Durch die Beantwortung weniger Ja- und Nein-Fragen erhalten die Nutzenden die passende Hilfe.

Datenbasierter Schutz für Mensch und Tier

Das Ziel der App ist es, möglichst viele Wildtiere zu schützen. Viele Menschen bringen verletzte Tiere früher als nötig zu Hilfestellen, obwohl diese in der Natur oft besser überleben können. Die Datenbank umfasst derzeit etwa 100 häufig vorkommende Wildtierarten in Deutschland und mehr als 4.000 Notfallkontakte. Eine Erweiterung der Datenbank ist geplant.

Kamera-Erkennung und Bürgerbeteiligung

In Zukunft soll ein KI-gestütztes System zur Erkennung der Tiere per Handykamera entwickelt werden. Dies ermöglicht es, die Tierart zu bestimmen, ohne dass die Finderinnen und Finder dies selbst wissen müssen. Die App soll zu einer Plattform für Wildtierarten werden, die auch die Bevölkerung in Citizen-Science-Projekten einbezieht.

Weitere Informationen zur App sind unter wildtier-sos.de verfügbar.

SCN/aw – Hilfe für Wildtiere in Not