Die Johanniter-Stauhelfer starten mit einem ADAC-Sicherheitstraining in die Sommersaison

    Foto: Johanniter/Heun

    Seelze – Wie wird sich die Corona-Pandemie auf den sommerlichen Reiseverkehr auswirken? Mehr Staus auf den Autobahnen? Oder weichen viele Urlauber auf die Nebenstraßen aus? So oder so, die Stauhelfer der Johanniter werden wie jedes Jahr am Ende der Saison viele gefahrene Kilometer auf dem Tacho haben. 2019 waren es fast 100.000 für die Motorradstaffeln im Landesverband Niedersachsen/Bremen.

    Zwischen den Oster- und Herbstferien sind sie jedes Wochenende auf den niedersächsischen Autobahnen und besonders am Autobahnkreuz A7/A2 unterwegs, um Autofahrern in Not zu helfen und die Autobahnpolizei zu entlasten. An Erfahrung und Übung mangelt es den Stauhelfern, darunter zehn Ehrenamtliche aus dem Ortsverband Hannover-Wasserturm, also nicht. Trotzdem nutzen sie regelmäßig das Fahrsicherheitstraining auf dem Übungsgelände des ADAC in Hannover-Laatzen. „Auch alte Hasen müssen sich manche Dinge immer wieder ins Gedächtnis rufen. Und Üben hilft, gerade zu Beginn der Saison, die in diesem Jahr Corona bedingt später startete“, sagt Stauhelfer Wolfhard Ehrlich. Sein Kollege Carl Marcus Müller schätzt es, sich auf dem Übungsgelände gefahrfrei in risikoträchtigen Situationen ausprobieren zu können. Davon gibt es im Straßenverkehr viele und deshalb stand für die beiden in der vergangenen Woche sicheres Bremsen, Ausweichen und Fahren auf nasser Straße und durch Kurven auf dem Trainingsprogramm.

    Einen ganzen Tag verbrachten die Stauhelfer aus Hannover und zwei Kollegen aus den Regionalverbänden Südniedersachsen und Harz-Heide vor kurzem beim Fahrsicherheitszentrum. ADAC-Trainer Detlef Kehe baute immer neue Fahrsituationen auf und rief im Anschluss alle Teilnehmer zu einer gemeinsamen Besprechung zusammen. Was glaubt ihr, wie lang euer Bremsweg ist? Wohin geht euer Blick bei einer Vollbremsung? Und wie fühlen sich eure Muskeln nach zwei Stunden auf dem Motorrad an? Eines rief er den Teilnehmern immer wieder ins Gedächtnis: „Ihr MÜSST vorausschauend fahren. Stellt euch beim Fahren immer wieder vor, was gleich passieren könnte und wie ihr dann reagieren solltet.“ Damit es gar nicht erst zu einer brenzligen Situation kommt, in der auch ein (Stau-)Helfer plötzlich Hilfe braucht.

    Die Johanniter-Stauhelfer sind in diesem Jahr, bedingt durch Corona, erst seit dem Himmelfahrt-Wochenende im Einsatz. Dafür haben sie die Zahl der Einsatztage erhöht und fahren mit den Schwerpunkten Hannover, Langenhagen, Garbsen seit Mai verlässlich an jedem Wochenende freitags, sonnabends und sonntags. Zu ihren Aufgaben gehört das Absichern von Unfallstellen und Liegenbleibern sowie die Versorgung von Autofahrern im Stau mit Erfrischungen, Kinderspielzeug und Umleitungsempfehlungen. Zu dem zehnköpfigen Team aus Hannover gehören aktuell zwei Neuzugänge, die gerade in der Ausbildung sind, in Begleitung eines erfahrenen Kollegen aber schon mit auf die Strecke können. „Wir freuen uns über diese Verstärkung und generell über jeden Motorradfahrer, der etwas Erfahrung mitbringt, viel Lust auf ehrenamtliches Engagement hat und ein Teil unseres Teams werden möchte“, sagt Staffelleiter Michael Scholz vom Ortsverband Hannover-Wasserturm.

    Schwer einzuschätzen ist zurzeit, was in diesem Urlaubssommer als Folge der Corona-Pandemie auf die Stauhelfer zukommen wird. Bleiben mehr Menschen als sonst zuhause? Oder wird es ein deutlich stärkeres Verkehrsaufkommen geben, weil ein großer Teil das Verreisen mit dem Auto einer Flugreise vorzieht? ADAC-Pressesprecherin Alexandra Kruse sagt: „Deutschland liegt bei der Wahl der Urlaubsziele in diesem Jahr ganz weit vorne, das Auto ist dabei für viele das Verkehrsmittel Nummer eins.“ Der ADAC unterstützt die Johanniter-Stauhelfer schon seit Jahren finanziell und durch das Sicherheitstraining. „Die Stauhelfer tragen mit Geduld, Rat und Tat ganz entscheidend dazu bei, dass die Ferien für viele Familien entspannt beginnen.

    Wir sind dankbar für diese schnelle Hilfe unterwegs und möchten, dass die Johanniter sicher durch die Saison kommen. Üben gehört dazu, denn eine Vollbremsung mit dem Motorrad in einer kritischen Verkehrssituation gehört zu den schwierigsten Aufgaben, die zur Vermeidung eines meist schweren Unfalles beim ersten Versuch perfekt gelingen muss“, sagt Alexandra Kruse. Auch in Zukunft werden die Stauhelfer deshalb wieder zu Gast in Laatzen sein. Damit sie sicher fahren und kompetent helfen können, wenn am 16. Juli in Niedersachsen die Sommerferien beginnen.

    SCN/pk