Start Aktuelles Einsatzübung bei Ortsfeuerwehr Seelze – Feuer im Kindergarten wird geprobt

Einsatzübung bei Ortsfeuerwehr Seelze – Feuer im Kindergarten wird geprobt

Vermisste Kinder bei Einsatzübung: In einer Kita wird ein Brand mit Mayday-Lage geprobt – Atemschutztrupps retten „Vermisste“
1460811: Der Gruppenführer vom HLF 20/16 gibt dem Angriffstruppführer weitere Instruktionen zum Einsatzbefehl. Im Hintergrund rüstet sich der Sicherheitstrupp mit Atemschutzgeräten aus. P1460929: Der Angriffstrupp führt im Gebäude die Personensuche durc. Foto: Feuerwehr Seelze

Seelze – Einsatzübung bei Ortsfeuerwehr Seelze – Feuer im Kindergarten wird geprobt. Einsatzschwerpunkt auf der Personensuche und Menschenrettung. Bedingungen des Szenario werden im Verlauf verschärft.

Rauch in der Kita – und plötzlich zählt jede Minute

Rauchentwicklung im Gebäude, die Kita wird evakuiert – mit diesem Alarmstichwort „b2, Rauchentwicklung aus Kita, Kita wird von den Erziehern evakuiert“ lief am 17.04.2026 in Seelze Süd eine realitätsnahe Einsatzübung in der Kindertagesstätte „An den Grachten“. Vor Ort rückte die Ortsfeuerwehr Seelze an und trainierte ein Szenario, das in einem Kindergarten besonders heikel ist: Menschenrettung unter Zeitdruck.

Der Einsatzstart: Löschzug trifft auf dichten Rauch

Als der alarmierte Löschzug – bestehend aus HLF 20/16, TLF 16/25, DLK 23-12 und ELW 1 – am Gebäude eintraf, war die starke Rauchentwicklung bereits von außen zu erkennen. Ein sichtlich aufgebrachter Hausmeister wurde vom ersteintreffenden Gruppenführer sofort befragt. Entscheidend war seine Anwesenheitsliste: Mindestens drei Kinder galten als vermisst.

Suche unter Nullsicht: Atemschutztrupps im Innenangriff

Der Schwerpunkt lag damit klar auf Personensuche und Menschenrettung im Inneren. Trupps unter Atemschutz gingen zum Absuchen des weitläufigen Gebäudes und zum Innenangriff vor. Die Bedingungen waren bewusst anspruchsvoll: „Nullsicht“ wurde mit einer Nebelmaschine erzeugt, um die Orientierung und Kommunikation im dichten Rauch so realistisch wie möglich zu trainieren.

Die vermissten Kinder wurden in der Übung durch Puppen in Lebensgröße dargestellt. Nach kurzer Zeit konnten sie gefunden, gerettet und draußen an den Rettungsdienst übergeben werden.

Parallel lief die Einsatzroutine im Hintergrund

Während im Gebäude gesucht und gelöscht wurde, liefen weitere Aufgaben gleichzeitig an. Dazu gehörten:

• Atemschutzüberwachung
• Löschwasserversorgung aus einem Unterflurhydranten
• Absicherung der Einsatzstelle gegen fließenden Verkehr
• Abstellen von Kräften zur Personen- bzw. Patientenbetreuung

Eine weitere Vermisste – und dann das „Mayday“

Im weiteren Verlauf wurde das Szenario verschärft: Eine weitere Person galt als vermisst – eine Erzieherin. Ein zusätzlicher Trupp ging umgehend zur Suche vor. Dann kam es bei einem eingesetzten Atemschutztrupp zu einem simulierten Notfall. Als die Notfallmeldung mit dem Kennwort „Mayday“ abgesetzt wurde, rückte der Atemschutzsicherheitstrupp aus.

Dieser Trupp ist in solchen Lagen zwingend bereitzustellen und darf ausschließlich zur sofortigen Rettung verunfallter Atemschutzgeräteträger eingesetzt werden. Über die Atemschutzüberwachung wurde der grobe Standort abgefragt, dann ging es zur Rettung in das stark verrauchte Objekt. Innerhalb weniger Minuten wurde ein vermeintlich verunfallter und bewusstloser Kamerad gefunden und gerettet.

Anschließend wurde die Suche nach der vermissten Erzieherin fortgesetzt – mit Erfolg: Auch die letzte vermisste Person wurde im Gebäude gefunden, über einen Nebenausgang gerettet und zur weiteren Behandlung an den Rettungsdienst übergeben.

Zwei Stunden Übung – und danach die genaue Auswertung

Nach rund zwei Stunden war die Übung beendet, beobachtet von zahlreichen Schaulustigen. Im Anschluss folgte eine ausführliche Nachbesprechung mit allen Beteiligten. Außerdem wurde das Objekt begangen, ermöglicht durch die anwesende Kita-Leitung. So konnten sich die Einsatzkräfte mit Räumlichkeiten und Besonderheiten des Gebäudes vertraut machen – als Grundlage für mögliche spätere Einsatzszenarien.

Warum solche Übungen fester Bestandteil sind

Regelmäßig stattfindende Einsatzübungen trainieren das Zusammenwirken im Team, verbessern die Koordination an der Einsatzstelle, erhöhen die Handlungssicherheit in Stresssituationen und helfen, Objekte in der Praxis kennenzulernen.

SCN/aw – Einsatzübung bei Ortsfeuerwehr Seelze